Wenn du darüber nachdenkst, während deiner Schwangerschaft deine gynäkologische Praxis zu wechseln, weil du unglücklich bist, in eine neue Gegend ziehst oder aus einem anderen Grund, dann solltest du Folgendes wissen. Es ist sehr wichtig, dass du dich bei deinem "Geburtsteam" wohl, gut informiert und betreut fühlst! Nicht nur für deine eigene Gesundheit und Sicherheit, sondern auch für die deines Babys. Du möchtest das Gefühl haben, dass du die besten Entscheidungen für dich und dein Baby triffst und dass diese Entscheidungen von deiner Ärztin oder deinem Arzt respektiert werden. (Das gilt auch für Hebammen, Doulas oder andere Geburts- und Schwangerenberater.)
Wenn du also beschließt, dass du deinen Frauenarzt oder deine Frauenärztin während der Schwangerschaft wechseln möchtest oder musst, findest du hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen:
Wie kann ich einen neuen Arzt wählen?
Im Allgemeinen kannst du jeden Arzt frei wählen, den du möchtest (solange er deine Versicherung akzeptiert).
Wann kann ich den Arzt oder die Ärztin wechseln?
Wenn du gesetzlich versichert bist, ist es am einfachsten, den Arzt zu Beginn eines neuen Quartals zu wechseln (da dies mit dem Abrechnungszyklus des Arztes zusammenhängt).
Theoretisch kannst du auch innerhalb eines Quartals den Facharzt wechseln, wenn es dafür einen triftigen Grund gibt, z. B. ein gestörtes Arzt-Patienten-Verhältnis.
In der Praxis kann dies jedoch etwas kompliziert werden, und hier ist der Grund dafür: Einige Leistungen, die der Gynäkologe im Rahmen der Schwangerenvorsorge erbringt, kann er nur einmal abrechnen. Das bedeutet, das dein neuer Gynäkologe bestimmte Untersuchungen im laufenden Quartal möglicherweise nicht in Rechnung stellen kann.
Wenn du also im laufenden Quartal bereits einen Termin bei deinem jetzigen Arzt hattest, kann es sein, dass dein neuer Arzt dich nicht als neue Patientin für das laufende Quartal akzeptiert. Erkundige dich also bei dem neuen Arzt, mit dem du zusammenarbeiten möchtest, ob er bereit ist, dich als neuen Patienten aufzunehmen. Du kannst ihn auch fragen, ob du das Geld, das ihm entgehen würde, privat bezahlen kannst - einige Ärzte sind dazu bereit, aber nicht alle.
Wenn du im laufenden Quartal noch keine Termine hattest, sollte es keine Probleme mit dem Wechsel geben. Wenn du privat krankenversichert bist, gelten die oben genannten Probleme nicht für dich - du kannst deinen Arzt jederzeit wechseln.
Was muss ich sonst noch wissen?
Es ist hilfreich, wenn der neue Arzt eine Kopie deiner Krankenakte erhält, denn so kann er deine bisherige Behandlung besser nachvollziehen und sicherstellen, dass du die Behandlung bekommst, die du brauchst. Du kannst selbst eine Kopie bei deinem jetzigen Arzt anfordern oder dein neuer Arzt kann sie für dich anfordern (eventuell musst du deinem alten Arzt eine kleine Gebühr zahlen, um die Akte zu erhalten).
Scheue dich nicht, den Arzt zu wechseln, wenn du meinst, dass dies das Beste für dich und dein Kind ist! Wenn du weiterhin Probleme hast, kannst du dich an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland wenden, die dich kostenlos über deine Möglichkeiten beraten kann.