Die Geburt eines Kindes ist eine unglaubliche Erfahrung: Ein neues Leben auf die Welt zu bringen ist ein wahres Wunder. Unabhängig von der Art der Geburt, ob vaginal oder per Kaiserschnitt, mit oder ohne PDA, scheint die Zufriedenheit der Gebärenden durch das Gefühl der Handlungsfähigkeit beeinflusst zu werden: Das Gefühl, dass man (gemeinsam mit dem Baby) die Hauptakteurin in diesem Prozess ist und dass die eigenen Wünsche und Vorlieben respektiert werden.
In diesem Artikel gibt Doula Marta Palombo Tipps, wie Du dich darauf vorbereiten kannst, während der Geburt sowohl für dich selbst, als auch für die oder den Geburtspartner*in einzutreten.
Marta ist Doula, Yogalehrerin und Moderatorin von Eltern- und Babykreisen. Ursprünglich aus Italien, lebt Marta seit 7 Jahren in Berlin.
Wie kann man sich darauf vorbereiten, für sich selbst einzutreten?
Informationen
Wenn du dich über die verschiedenen Stadien der Wehen, die Möglichkeiten der Schmerzbehandlung und mögliche Interventionen informierst, kannst du verstehen, was passiert, fundierte Entscheidungen treffen und so für dich selbst eintreten.
Präferenzen
Ein Geburtsplan ist ein Dokument, in dem deine Präferenzen für die Wehen und die Geburt festgehalten werden, z. B. die Möglichkeiten der Schmerzbehandlung, die bevorzugte Lage und die Betreuung nach der Geburt. Durch die Festlegung dieser Präferenzen werden uns unsere Prioritäten oft sehr viel klarer. Du kannst deinen Plan auch mit dem medizinischen Personal besprechen und ihn an den Ort der Geburt mitbringen, um die Kommunikation mit den Menschen vor Ort zu erleichtern.
Kommunikation
Fragen, Bedürfnisse, Sorgen und Wünsche während der Wehen und der Geburt können dem medizinischen Personal mitgeteilt werden. Eine vertrauenswürdige Person, z. B. ein Partner, ein Familienmitglied, ein Freund oder eine Doula, kann Ihnen helfen, für sich selbst einzutreten.
Kenn deine Rechte
Denk daran, dass du als Patientin das Recht auf informierte Zustimmung und Ablehnung und auf Einsicht in deine medizinischen Unterlagen hast. Außerdem hast du die Möglichkeit, eine zweite Meinung einzuholen oder eine Verlegung der Behandlung zu verlangen.
Wie kann man eine Gebärende unterstützen und für sie eintreten?
Zuhören
Um die Gebärende zu respektieren und ihr das Gefühl zu geben, unterstützt zu werden, ist es wichtig, ihre Bedürfnisse, Vorlieben und Bedenken zu verstehen. Dies kann bereits im Vorfeld geschehen, indem man sich mit Hilfe von Recherchen und Ressourcen vorbereitet, um fundierte Entscheidungen zu treffen.
Stimme
Die Gebärende braucht so wenig Ablenkung wie möglich. Dies kann man kommunizieren und aktiv dafür sorgen, dass das medizinische Personal die Entscheidungen versteht und respektiert.
Unterstützung
Deine Anwesenheit und Ermutigung kann einen großen Unterschied machen. Die Geburt wird durch Hormone gesteuert, die mit allen Sinnen auf die Umgebung reagieren. Du kannst die Schwangere also unterstützen, indem du für Ruhe sorgst. Unetrstütze sie außerdem dabei, eine aktive Rolle beizubehalten: Du kannst ihr Raum geben, um ihrem Instinkt zu folgen, und sie an Positionen oder Techniken erinnern, die sie aus der Geburtsvorbereitung kennt.
Entscheidungen
Du kannst dafür sorgen, dass die Gebärende umfassend über alle Eingriffe und Verfahren informiert ist und ihre Zustimmung gibt. Das Stellen von Fragen, die Bereitstellung von Informationen und das Besprechen von Optionen mit der Gebärenden können dazu beitragen, unerwünschte Eingriffe zu vermeiden, wenn sie nicht notwendig sind.
Es ist wichtig zu wissen, dass:
Eine Geburt kann auch dann als positiv empfunden werden, wenn sie nicht so verläuft, wie ursprünglich geplant, solange sich die Gebärende gehört und respektiert fühlt und in der Lage ist, an Entscheidungen mitzuwirken.
Eine gute Vorbereitung kann sowohl der Gebärenden als auch denjenigen, die sie unterstützen, ein Gefühl der Selbstbestimmung geben und sie stärken.
Vielen Dank, Marta!
Erfahre mehr darüber, wie du dich mit Marta auf die Geburt vorbereiten kannsst: in 1:1-Beratungen, Workshops und Geburtsvorbereitungskursen.